Tag 0 – Abreise: Wir fliegen ja erst kurz vor 3

Hamburg 7 Uhr, geschlafen haben wir eigentlich kaum.

Julian muss nach dem Duschen noch schnell zum Impfen und hat noch einen Arzttermin.
Ganz entspannt, wir fliegen ja erst um 14:50 Uhr.
Achja und die Action-Kamera muss er auch noch von der Post abholen.
Und oh ist er eigentlich für den ganzen Zeitraum krankenversichert?
Sowas kann man ja auch am Flughafen beim Einsteigen in den Flieger klären.
Manche empfinden ja so Last-Minute-Dinge als stressig – Andere sprechen vom Lebenskünstler.

Ich selbst habe auch noch ein paar Dinge auf der Liste: Ebay-Pakete abgeben – Besitz belastet ja bekanntlich, und dann nur noch kurz wischen bevor unser Gast kommt, der für die nächsten zwei Monate unsere Wohnung hüten wird.

Achja und Julians Bachelorgeschenk fertigstellen.

Huups, jetzt ist es doch schon 12:00 Uhr.
Doch zum Flughafen schaffen wir eine Punktlandung und sind pünktlich zwei Stunden vorher da. Heute mal kaum Stress.
Das Gefühl in die Ferne zu fliegen ist jedoch etwas anders als beim ersten Mal.
Als ich das erste Mal alleine nach China gereist bin war ich fürchterlich aufgeregt. Am Flughafen spielten sich herzzerreißende Abschiedsszenen ab. Unter Tränen musste ich Pumps und Bügeleisen aufgrund von Übergepäck zurücklassen. (Der Ein oder Andere erinnert sich vielleicht noch an meinen ersten Artikel: hier der link).
Was ich damals nicht verraten habe: Am ersten Abend in Shanghai traute ich mich nicht mein Hotelzimmer zu verlassen. Aus Angst vor den kommenden Abenteuern und aus Furcht vor der großen weiten Welt.
Julian erging es da kaum anders als mir.

Bei seinem ersten Besuch in Bangkok traute auch er sich, von der drückenden Hitze und den gewaltigen Menschenmassen erschlagen, am ersten Abend kaum vor die Hosteltür.
Man kennt das vielleicht, der erste Schultag war noch total aufregend. Man war voller Vorfreude, konnte nachts kaum schlafen, hatte dieses leichte Kribbeln im Bauch und war gespannt auf die vielen, neuen und interessanten Dinge, die einen erwarten würden. Nach einem Monat war es zwar noch schön zur Schule zu gehen, aber eben nicht mehr ganz so aufregend.
Oder Löffeleier, beim ersten Mal probieren eine Geschmacksexplosion und jetzt ist es einfach immer wieder schön sie zu essen.

Oder als ich mich auf einem Festival das erste Mal auf ein K.I.Z-Konzert verirrte. Völlig verstört blickte ich in eine Masse voll grölender Besoffener während der Sänger auf der Bühne zwischen Militärfiguren seine eigene Geburt nachstellte. Schockierend. (Der Ein oder Andere erinnert sich vielleicht auch an diese Situation).
Beim zweiten Mal hatte ich mich an das Spektakel gewöhnt und konnte, fast fehlerfrei, die nun auch sehr eingängigen Texte mitbrüllen.
So eine Asienreise ist zwar noch lange kein K.I.Z-Konzert, aber auch hier erwarteten mich in der Vergangenheit Abenteuer, wilde Tiere aber auch menschliche Eigenheiten, an die ich mich erstmal gewöhnen musste. Um mich jetzt noch aus der Ruhe zu bringen, bräuchte es so Einiges.
Es ist ein schönes Gefühl so entspannt losreisen zu können und zu wissen, dass es kaum noch Dinge geben könnte, die mich tatsächlich aus der Fassung bringen könnten, aber auch sehr schade, dass ich nie wieder so beeindruckt sein werde, wie beim ersten Mal als ich die Skyline von Pudong sah

Skyline Shanghai Pudong, China

oder, dass ein 52. Stock im Bitexo-Tower in Ho Chi Minh Stadt (Saigon) eben niedriger sein wird, als die 148. Etage auf 555 m im Burj Khalifa in Dubai.

Burj Khalifa, Dubai

Trotzdem kein Grund sich nicht voller Vorfreude in das Flugzeug zu begeben.
Und während Julian noch beim Boarding mit seiner Versicherung diskutiert, freue ich mich schon auf die kommende, gemeinsame Zeit.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Zürich sind wir schwuppdiewupp auch schon in Bangkok.

Bangkok, Thailand

Du planst auch eine lange Reise?

Hier ein paar nützliche Tipps für deinen nächsten Langstreckenflug!

Bangkok

Der Straßenmarkt in China Town (Bangkok – Thailand)

Lotus Wurzeln auf dem Markt

Baby-Bananen auf dem Grill

Kumquats, Limetten, Äpfel, Orangen, Drachenfrüchte und Bananen

Einer von vielen Schmuckverkäufern im chinesischen Viertel von Bangkok